Dabei ist es sein Anliegen,  dem Publikum mit Begeisterung zu vermitteln, wie man im eigenen Labor zum Ziel kommt. Im folgenden Interview gibt er einen kleinen Vorgeschmack auf seinen Vortrag.

Herr Pace, der Titel Ihres Vortrags auf dem Zahntechniker-Kongress (Abb. 1) von Dentsply Sirona lautet „Licht, Form, Farbe und Textur“. Was verbirgt sich dahinter?

Mario Pace: Ich kann gar nicht anders, als mich von der Komplexität und Schönheit natürlicher Zähne begeistern zu lassen. Um sie mit den Mitteln der Zahntechnik nachzuahmen, brauchen wir allerdings notwendigerweise bestimmte Voraussetzungen. Wenn ich zum Beispiel zur Farbnahme in eine Praxis fahre und habe dort nicht die richtige Beleuchtung, muss ich die Idealbe­dingungen vor Ort herstellen oder den betreffenden Patienten ins Labor einladen. Zu den Idealbedingungen zählt zum Beispiel eine Farbtemperatur von 5300 Kelvin. Und was sich im Ergebnis immer auszahlt, sind eine detaillierte Dokumentation der klinischen Ausgangssituation mit der Spiegelreflexkamera und der Einsatz eines speziellen Polfilters (Abb. 2 bis 4). Eine wesentliche Rolle spielen im Ergebnis natürlich auch die verwendeten Werkstoffe.

Welche stehen in Ihrem Vortrag im Vordergrund?

Pace: Meine Spezialität ist die Frontzahnästhetik. Dafür setze ich gern zirkonoxidverstärktes Lithiumsilikat als Gerüstwerkstoff ein. Obwohl ich schon eine ganze Weile damit arbeite, bin ich immer wieder vom Wechselspiel der Farben und Schattierungen fasziniert, für das bereits das Gerüstmaterial sorgt. Ich verblende zwar zu 98 Prozent, da ich grundsätzlich sehr individuell vorgehe (Abb. 5 bis 9), doch mit dem zirkonoxidverstärkten Lithiumsilikat lässt sich der eine oder andere Fall auch monolithisch lösen. Es handelt sich dabei um einen Werkstoff, der sich von Standardanwendungen über differenzierte ästhetische Anforderungen bis zu ausgesprochen schwierigen Fällen in vielen Indikationen einsetzen lässt (Abb. 10 bis 14).

Abbildung 01 bis 14

Es hört sich fast an, als lösten Sie alle Fälle mit diesem Werkstoff …

Pace: Ich muss gestehen, dass ich ein echter Fan bin, aber klar: Wir brauchen als zweiten Werkstoff Zirkonoxid. Interessant finde ich in diesem Bereich vor allem neue Multilayer-Varianten aus extra transluzentem Material. Sie weisen einen natürlichen Dentin-Schneide-Verlauf auf, sodass sich mit diesem Zirkonoxid die Farbverhältnisse des natürlichen Zahns noch besser nachbilden lassen, als das mit den bisherigen Zirkonoxiden der Fall war. Beide Gerüstwerkstoffe verblende ich übrigens mit ein und derselben Keramik. Wie sich wunderschöne Restaurationen mit einem solchen, umfassenden vollkeramischen System schaffen lassen, möchte ich dem Auditorium mit meinem Vortrag nahebringen.

Der Zahntechniker-Kongress setzt seinen Schwerpunkt auf die digitalen Technologien, die damit verbundenen Chancen und wie man sich als Zahntechniker auf zukünftige Entwicklungen optimal einstellen kann. Wenn Sie vornehmlich hochästhetische Fälle übernehmen und fast immer verblenden, arbeiten Sie dann nicht sehr traditionell?

Pace: Ja sicher, bei mir steckt sogar nicht nur in der Verblendung viel klassische Handwerkskunst, sondern ich verarbeite auch das erwähnte zirkonoxidverstärkte Lithiumsilikat manuell mittels Presstechnik.

Ist das für Sie ein Kontrapunkt zur digitalen Welt?

Pace: Wenn Sie zu mir ins Labor kommen, werden Sie ganz selbstverständlich ein modernes digitales Equipment vorfinden. Dazu gehören beispielsweise Desktopscanner und Fertigungseinheiten für die Verarbeitung von Zirkonoxid. Aus meiner Sicht muss beides zusammenkommen. Ich nutze die Vorteile digitaler Technologien, wo immer diese sinnvoll sind. Mit der traditionellen Zahntechnik erreiche ich eine Veredelung „on top“. Das stelle ich jeden Tag wieder von Neuem fest.

Wie schwierig ist es eigentlich, diese Veredelung „on top“, wie Sie sie nennen, zu erzielen?

Pace: Wenn einen die Begeisterung für zahntechnische Arbeiten erst einmal gepackt hat, dann liegen selbst Top-Ergebnisse in schwierigen Fällen in Reichweite. Ich werde mein Auditorium an den Punkt führen, an dem jeder Einzelne zu sich selbst sagen kann: „So möchte ich auch gern arbeiten, und mit dieser Technik kann ich das auch. Ich überschlafe das am Sonntag einmal und fange gleich nächsten Montag an, die Konzepte des Zahntechniker-Kongresses an meinem Arbeitsplatz einzusetzen.“

Neben Mario Pace werden beim 2. Zahntechniker-Kongress unter anderem auch folgende Referenten referieren:

  • Dr. Michael Fischer
  • Ztm. Benjamin Votteler
  • Ztm. José de San José González und Prof. Dr. Christian Mertens
  • Ztm. Clemens Schwerin
  • Nico Heinrich
  • und viele mehr