18.12.2018

4. Keramik Day in Hattersheim bringt zusammen, was zusammen gehört

Das Opossum Zahntechnik

Der 4. Keramik Day, der traditionell von den Firmen Goldquadrat und Kuraray Noritake ausgerichtet wird, war wieder bis auf den letzten Platz ausgebucht. 150 Teilnehmer trafen sich am 17. November 2018 in Hattersheim – dem Firmensitz von Kuraray Noritake – um den Vorträgen von Ztm. Alek Aronin, Ztm. Christian Lang, Ztm. Moritz Pohlig sowie dem Referentenduo Ztm. Christian Hannker und Attila Kun zu folgen.

„Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ist ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ist ein Erfolg!“ Mit diesen Worten von Henry Ford begrüßten Rüdiger Bach (Goldquadrat) und Dr. Carsten Barnowski (Kuraray Noritake) die Zahntechnikergemeinde zum 4. Keramik Day. Schon längst ist der Keramik Day kein Geheimtipp mehr unter Zahntechnikern. Dafür sorgt unter anderem die großartige Referentenriege, die am 17. November 2018 wieder aus fünf Ausnahmezahntechnikern bestand. Wie gewohnt versiert moderierte Ztm. Siegbert Witkowski den Tag.

Ztm. Alek Aronin reiste für den Keramik Day extra aus Kanada an. Der Vollblutzahntechniker arbeitet am liebsten alleine. Dies spiegelt sich auch in seiner täglichen Arbeit wieder. Er liebt es, große Arbeiten zu erstellen und erstaunte mit der Aussage, dass er den Patienten am liebsten nicht sehen möchte. Das lenke zu sehr vom Wesentlichen ab. Viel wichtiger sei ein gutes Equipment – und im besten Fall findet sich dieses eins zu eins in der Zahnarztpraxis seiner Kunden wieder. Denn nur mit einem aufeinander abgestimmten Kamerasystem eines gemeinsamen Herstellers sind Ergebnisse, wie er sie präsentierte, möglich und nur so lässt sich zum Beispiel Farbe zuverlässig reproduzieren. Und Aronin gemahnte zur Vorsicht, denn Zahnärzte und Zahntechniker sehen andere dentale Probleme als der Patient. „Hören Sie den Patienten aufmerksam zu, finden Sie seine wahren Probleme heraus und interpretieren Sie nicht einfach, was Sie sehen.“
„Die Quadratur der Zähne“ lautete das Vortragsthema von Ztm. Christian Lang, der erfreut feststellte, dass Teilnehmer seines Goldquadrat-Sommerkurses auf Mallorca den Weg nach Hattersheim auf sich genommen haben. Dann verkündete er dem Auditorium: „Die Zahntechnik ist tot.“ In einem provokanten Nachruf an die Zahntechnik stellte er viele Fragen. Was hätte sich die Zahntechnik gewünscht? Seine Antworten waren vielseitig. Sie hätte sich laut Lang wohl mehr Zeit gewünscht. Dazu erläuterte er das Pareto-Prinzip, demzufolge 80 Prozent der täglichen Arbeit mit nur 20 Prozent des täglichen Arbeitsaufwands erledigt werden. Dieses Prinzip legte er gekonnt auf das Keramiksystem von Kuraray Noritake um und erklärte, wie mit nur 20 Prozent der Keramikmassen 80 Prozent der Restaurationen im Laboralltag realisiert werden können. So kommt man vielleicht doch zu der Erkenntnis, dass die Zahntechnik gar nicht tot ist. „Sie hat sich nur tot gestellt, wie ein Opossum“, resümierte Lang.
Für Ztm. Moritz Pohlig ist das Ziel eines jeden Zahntechnikers völlig klar: Alle möchten, dass ihre Kronen dem natürlichen Vorbild in nichts nachstehen – doch die Realität sieht meist anders aus. Um auf devitalen, stark verfärbten Stümpfen den richtigen Helligkeitswert zu treffen, wendet Pohlig eine Strategie an, die ebenso einfach wie genial ist: Er färbt die Gipsstümpfe dunkel und erstellt darauf seine Rekonstruktionen. So ist er zu jedem Zeitpunkt in der Lage, zu erkennen, ob er den dunklen Stumpf kaschieren konnte. Bei devitalen Stümpfen setzt er auf opake Zirkonoxid-Gerüste. Diese verschaffen ihm Platz für die individuelle Schichtung. „An Beziehungen muss man stets arbeiten“, findet das Referentenduo Ztm. Christian Hannker und Attila Kun – dies gilt auch für die Beziehung zum Computer. Christian Hannker erklärte, dass er beruflich mit zahntechnischen Meistern wie Reiner Semsch und Klaus Müterthies groß geworden sei. Dennoch hat sich die Arbeitswelt des Zahntechnikers stark hat und vieles ist digitaler geworden ist. Gerade deswegen ist es aus seiner Sicht umso wichtiger, dass man das ästhetische Gefühl für Zähne nicht verliert. Für ihn steht fest, dass das Wissen über die Form und Funktion der Zähne analog vertieft werden muss, um es digital umsetzen zu können. Aus diesem Grund haben er und sein Kollege Attila Kun mithilfe von Anatomiestudien versucht, herauszufinden, wie die einzelnen Zahnschichten aufgebaut sind und wie sie diese nachahmen können. Als sehr hilfreich sehen die beiden die vorgefärbten Multilayer-Zirkonoxid-Rohlinge Katana Zirconia ML (Kuraray Noritake) an, da die manuelle und fehleranfällige Einfärbetechnik damit entfallen und somit auch dem Aufbau natürlicher Zähne besser entsprochen werden kann. Ebenfalls großen zahntechnischen Nutzen sprachen sie dem Gesichtsscanner zu, der es erlaubt, den Zahnersatz den tatsächlichen Gegebenheiten des Gesichts anzupassen.

Möchte man alle Aussagen der Referenten auf einen einzigen großen Ratschlag reduzieren, kommt man unweigerlich zu der Erkenntnis, dass es allen ausschließlich um den Patienten und die Erfüllung dessen Wünsche geht. Jeder Referent sieht den Schlüssel zum Erfolg im Wissen – im Wissen um Funktion, um Form, um Farbe und um das, was der Patient wirklich will. Dass der Wissensdurst bei allen im Auditorium unheimlich groß ist, wurde in den Diskussionsrunden im Anschluss an die Referatsblöcke deutlich. Siegbert Witkowski moderierte klug und brachte selbst interessante Fragen in die Diskussion mit ein. Einen großen Applaus erhielt außerdem noch Ztm. Christian Lang, der die gesamten Vorträge in Zeichnungen festhielt und den Vortrag von Alek Aronin direkt im Anschluss anhand seiner Skizzen auf den Punkt zusammenfasste. Graphic Recording wird dies genannt. Schließlich merken sich Menschen 80 Prozent der wichtigsten Informationen anhand von Bildern: Das verbildlichte Pareto-Prinzip also.
Der Termin für den 5. Keramik Day steht bereits fest. Am 23. November 2019 wird die moderne Zahntechnik erneut im Mittelpunkt eines kurzweiligen Kongresstages stehen.

 

Kontakt

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Fon +49 69 30585300
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dental(at)kuraray.de
www.kuraray.eu

Quelle: Kuraray Noritake Pressemitteilung von Kerstin Jung vom Dezember 2018

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