Der Nutzen der Digitalisierung ist eindeutig, wie Prof. Dr. Daniel Edelhoff in der Podiumsdiskussion (Abb. 1) erläuterte: „Bei immer mehr klinischen Arbeitsprozessen werden analoge Schritte durch digitale Technologie ersetzt, was enorme Vorteile bringt: die Vereinfachung von Prozessschritten, Reproduzierbarkeit und hohe Vorhersagbarkeit.“ Als zentrale Problemstellung hat sich in der Runde jedoch die Kommunikationslücke zwischen Zahntechniker und Zahnärzten herauskristallisiert. „Labore haben viel investiert in den letzten Jahrzehnten und die Digitalisierung im CAD/CAM-Bereich vollzogen. Digitalisierung endet momentan jedoch an der Schnittstelle zum Zahnarzt“, so der Zahntechnikermeister Andreas Kunz in der Podiumsdiskussion. Die Experten waren sich einig, dass aktuell das größte Defizit darin besteht, alle verfügbaren Patientendaten sinnvoll zu vereinen und diese dann für eine patientenindividuelle Versorgung zu nutzen.

Mehr als die Summe der Einzelteile
Wichtig ist die Teamarbeit zum Wohle des Patienten. „Für eine komplexe Restauration braucht man einen hochkompetenten Partner im Labor und einen hochkompetenten Behandler. Dann ist die kombinierte Expertise beider mehr als die Summe der Einzelteile“, betonte etwa Prof. Dr. Florian Beuer. Und es gilt, beide optimal zusammenzubringen. Genau das hat sich Amann Girrbach zur Mission gemacht und nach fünfjähriger Entwicklungsarbeit mit AG.Live die größte Digitalisierungsoffensive der Firmengeschichte gestartet. Dieses webbasierte Portal für die Zusammenarbeit von Laboren und Zahnärzten bietet ausgezeichnete digitale Services auf allen Ebenen. AG.Live als zentrales Tool für beispielsweise digitales Fallmanagement, Vernetzung, Infrastruktur und Materialmanagement, Support und Wissensdatenbank wird schrittweise das bisherige C3-Kundenportal ersetzen. Zum einen vernetzt die Plattform Maschinen und Materialien im Labor, vereinfacht dadurch die Abläufe und steigert die Qualität und Reproduzierbarkeit. Der größte Fortschritt aber ist die Verknüpfung in einem wachsenden globalen Netzwerk digital arbeitender Dentalfachleute. Damit wird die interdisziplinäre Lücke zwischen Zahnärzten und Zahntechnikern geschlossen und ermöglicht eine zukunftsorientierte Zusammenarbeit. In diesem Netzwerk optimierter und neuer Partnerschaften können sich die Teilnehmer auf ihre Stärken konzentrieren und besser am Markt positionieren.

Erweiterung des digitalen Ceramill CAD/CAM-Workflows zum Zahnarzt
AG.Live bildet auch die Grundlage und Schnittstelle für das Ceramill Direct Restoration System (DRS)(Abb. 2), mit dem Amann Girrbach den digitalen Ceramill CAD/CAM-Workflow zum Zahnarzt hin erweitert. Als Einstiegsvariante dient das Ceramill DRS Connection Kit, bestehend aus dem Intraoralscanner Ceramill Map DRS, zugehöriger Scansoftware sowie der Anbindung an die AG.Live Plattform. Jegliche Auftragsdaten inklusive aller benötigten Informationen können somit nahtlos und in Echtzeit geteilt werden, denn die Praxis wird via AG.Live volldigital an das Labor angebunden. Somit wird auch Same Day Dentistry für simple Restaurationen ermöglicht, mit dem Ceramill DRS High- Speed Zirconia Kit auch mit Zirkonoxid. Ergänzend dazu gibt es das Ceramill DRS Production Kit, mit dem die Fertigung direkt in der Praxis vom Zahnarzt durchführt werden kann. Hier kann das Labor der Praxis in Sachen Design, Know-how, Service und Beratung zur Seite stehen. Somit ergeben sich drei Ceramill Team Workflows, die je nach Kit- Ausstattung und Teamkonstellation genutzt werden können. Dank des modularen Aufbaus kann „klein“ mit dem Ceramill DRS Connection Kit begonnen werden und zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Ceramill DRS Production Kit upgegradet werden. Außerdem ist das Ceramill DRS System voll integriert – alle Komponenten sind aufeinander abgestimmt und aus einer Hand. Somit übernimmt Amann Girrbach die volle Verantwortung für Service, Support und die finale Restauration. Verfügbarkeiten der einzelnen Kits können beim jeweiligen Händler angefragt werden. AG.Live und DRS sowie alle Digitalisierungslösungen von Amann Girrbach unterstützen Praxen und Labore auf dem Weg, den Prof. Jan-Frederik Güth in seinem Resümee der Podiumsdiskussion so beschreibt: „Patientenorientiert, fokussiert, personalisiert, teamorientiert, vereinfacht und digital – dort geht die Reise hin.“