„Die am 22. März von Bund und Ländern beschlossenen Kontaktbeschränkungen und weiteren Regelungen zeigen in dramatischer Weise, wie sehr das öffentliche Leben durch die rasante Verbreitung des Coronavirus zum Erliegen kommen wird. Beim Zahnarzt hört man von massenhaften Terminabsagen durch Patienten. Wer wird in den nächsten Wochen überhaupt noch zum Zahnarzt gehen? Und als Dominoeffekt: Welches zahntechnische Labor wird einen wochen- oder gar monatelangen Auftragsausfall überleben?“ Das schreibt der Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen auf seiner Homepage. Gleichzeitig macht er einen Vorschlag zur Problemlinderung:

„Die bisher geplanten Unterstützungsinstrumente für kleine Unternehmen, die von den Finanz- und Wirtschaftsministern organisiert werden, sind richtig, doch sie werden für die Sicherung der Funktionsfähigkeit der betrieblichen Versorgungsstrukturen nicht ausreichen. Das System der gesetzlichen Krankenversicherung muss und kann ergänzend dazu seinen Beitrag zur Stabilisierung in der Krise leisten“, sagt Walter Winkler, Generalsekretär des VDZI. „Unser Vorschlag ist konkret: Die geplanten Ausgaben der Krankenkassen für Festzuschüsse sollen bei Zahnärzten und bei Zahntechnikern gleichermaßen zur Liquiditätssicherung vorgezogen werden.“

Die Krankenkassen müssten dabei aber nicht mehr auszahlen, als sie in den Haushalten geplant hätten. Denn nach der Krise würden von den Patienten die verschobenen Zahnersatzversorgungen nachgeholt, die vorgezogenen Liquiditätszahlungen könnten damit verrechnet werden. „Damit wäre ein wichtiger Beitrag geleistet, um so manche Praxis und so manches der 8000 zahntechnischen Meisterlabore vor gravierenden Zahlungsschwierigkeiten und letztlich vor einer drohenden Insolvenz zu retten.“

In einem Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn, der auf der Homepage des VDZI zu lesen ist, macht der Verband auf die drohenden Existenzverluste der Dentallabore aufmerksam. In dem Schreiben an Spahn wird vorgeschlagen, die zum 1. Oktober 2020 vorgesehene Erhöhung der Festzuschussbeträge für Zahnersatz vorzuziehen und die Festzuschüsse für Zahnersatz in Höhe des Volumens von 2019 als Vorauszahlung an Zahnärzte und Labore als Liquiditätshilfe auszuzahlen.

Wie die technische Abwicklung laufen soll, dazu schlägt der VDZI eine Vereinbarung mit der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung und dem GKV-Spitzenverband für ein gemeinsames, transparentes und einfaches Auszahlungs- und Verrechnungsmodell vor.

„Die gewerblichen Zahntechniker stehen auch in dieser Krise an der Seite der Zahnärzte, um jederzeit die flächendeckende dentale Versorgung zu gewährleisten. Mit unserem Vorschlag können wir das auch noch morgen tun, das ist unser Ziel“, sagt VDZI-Präsident Dominik Kruchen.

Das Ziel des VDZI ist, „Existenzgefährdungen abzuwenden, damit die zahntechnischen Meisterlabore durchhalten, bewährte und notwendige Strukturen erhalten bleiben und so für die Zeit nach der Corona-Krise weiterhin eine sichere Versorgung der Patienten mit Zahnersatz und anderen Leistungen garantiert werden kann“.