„Die anhaltende und dynamische Ausbreitung von COVID-19 hält ganz Europa in Atem. Die Lage hat sich in den letzten Tagen zugespitzt. Sie ist extrem unübersichtlich und wir alle sind nun gefordert, schnell, flexibel und vernünftig auf die Herausforderungen zu reagieren.

Die Bundesregierung sieht seit einigen Tagen keine andere Möglichkeit mehr, als das soziale, kulturelle und Wirtschaftsleben auf die Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung und der Versorgung mit lebensnotwendigen Waren und Dienstleistungen zu beschränken.

Das Ende ist aus unserer Sicht nicht abzusehen; weitere Einschnitte durch die Bundesregierung, die einzelnen Landesregierungen und Gemeinden sind zu erwarten. Wir müssen uns alle auch als Unternehmer bewähren, darauf einstellen und aktiv zu der Bewältigung dieses außerordentlichen Ereignisses beitragen.

Ich möchte Sie im Namen Ihres Bundesverbandes bitten und auffordern, sich in vollem Umfang an allen angeordneten und empfohlenen Maßnahmen zu beteiligen, die geeignet sind, die Ausbreitung des Corona-Virus in Ihrem privaten und beruflichen Umfeld zu verlangsamen und aufzuhalten.

In Kürze erwarten wir von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung die Veröffentlichung eines Maßnahmenpakets für die zahnärztlichen Praxen. Angesichts der Lage sehen wir dabei die kommenden Wochen und Monate versorgungspolitisch mit großer Besorgnis.

Wir befürchten eine zunehmende Zurückhaltung der Patienten und erheblich einschränkende Maßnahmen der zahnärztlichen Praxen bis hin zu Schließungsaufforderungen der Behörden oder Politik.

Die Auswirkungen können sehr schnell und sehr viele zahntechnische Meisterbetriebe existenziell gefährden. Begleitet wird diese gesundheitspolitisch und wirtschaftlich kritische Entwicklung von einer zu erwartenden Zurückhaltung der Patienten in den nächsten Monaten durch die Erhöhung der Festzuschüsse ab dem 1. Oktober 2020.

Die nächsten Wochen und Monate werden unser aller Kräfte in Anspruch nehmen.

Schützen Sie sich und Ihre Mitarbeiter. Sprechen Sie mit Ihren Kunden und Lieferanten. Koordinieren Sie sich mit Ihren Zahnärzten, damit alle erforderlichen Maßnahmen und Verfügbarkeiten gesichert sind, um die dentale Gesundheitsversorgung gemeinsam zu sichern. Bilden Sie bei Ihren Mitarbeitern auch Teams, die zeitlich und kundenspezifisch abwechselnd arbeiten können. Unterstützen Sie sich gegenseitig, wo immer es geht.

Nehmen Sie auch unverzüglich die staatlichen Hilfen in Anspruch, die die Bundesregierung, aber auch die Landesregierungen zur Verfügung stellen werden.

Die Beschlüsse zu Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld sind ein wichtiger und richtiger Schritt. Informieren Sie sich und machen Sie sich die Mühe, die Anträge zeitnah zu stellen. Informieren Sie sich auch über die zinslosen Stundungen von Steuerforderungen und über die Möglichkeiten von Liquiditätshilfen. Unsere Mitgliedsinnungen stellen mit dem VDZI für Sie Informationen bereit, so etwa auf der Homepage des VDZI. Bedenken Sie dabei, dass die staatlichen Stellen und deren Mitarbeiter selbst von den Personalausfällen betroffen sein werden und es deshalb zu Engpässen und zeitlichen Verzögerungen kommen kann.

Der Vorstand des VDZI wird mit den Obermeistern der Innungen eng zusammenarbeiten und wo immer es geht, Sie mit Informationen und Maßnahmenempfehlungen unterstützen und damit helfen, betriebliche Existenzen zu sichern.

Der VDZI ist hierzu im Austausch mit den zahnärztlichen Organisationen, mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und mit den Gesundheits- und Wirtschaftsministerien. Wir werden dort um jede Unterstützung der zahntechnischen Meisterbetriebe werben und kämpfen, die für das wirtschaftliche Überleben notwendig sind.

Die Mitarbeiter des VDZI in Berlin arbeiten, wo immer das möglich ist, von mobilen Arbeitsplätzen von zuhause aus. Sie sind dennoch in der gewohnten Weise für Sie erreichbar. Die Arbeitsfähigkeit ist umfassend sichergestellt.

Die Folgen dieser Krise sind nicht absehbar. Zahntechniker waren und sind Meister in der Krisenbewältigung. Packen wir es gemeinsam mit Vernunft und Augenmaß an und handeln wir mit dem Geist der Zuversicht, jeder an seinem Ort.

Ich wünsche uns allen Gesundheit, Zuversicht und Solidarität.

Ihr Dominik Kruchen
Präsident“