Schnell kann der Überblick verloren gehen bei der Vielzahl an Förderungen und Maßnahmen, die Betrieben in der Coronakrise helfen sollen. „Die meines Erachtens wichtigsten Maßnahmen für Ihr Dentallabor“ kommentiert hier Steuerberater Frank Edenfeld aus Rietberg bei Bielefeld, HNV plus, Steuer- und Rechtsberatung für Dentallabore.

Kurzarbeit

Frank Edenfeld: „Kurzarbeit ist die Maßnahme der Stunde. Da zu erwarten ist, dass die Arbeit nur aufgeschoben und nicht aufgehoben ist, machen Entlassungen keinen Sinn. Nach der Krise werden die Arbeitskräfte wieder benötigt. Anfang Mai sieht es bei vielen unserer Dentallabore nun so aus, dass die meisten Zahnärzte und Labore Ihre Leistungen wieder hochfahren. Trotzdem sollte man für den nächsten Shutdown gewappnet sein und rein vorsorglich die Anträge für Kurzarbeit im Voraus stellen. Der Arbeitgeber kann das Kurzarbeitergeld übrigens steuerfrei auf 80 Prozent des Nettogehalts aufstocken.“

Coronakrise: Aktuelle Entwicklungen in der Dentalbranche finden Sie in unserem Coronaspezial

Stundungen von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen

„Steuern und übrigens auch Sozialversicherungsbeiträge können gestundet werden. Doch hier ist leider aufgeschoben nicht aufgehoben. Unklar ist im Moment, wie die Ämter die Summen zurückfordern werden. Sie sollten auf jeden Fall die Summen der Stundungsbeträge festhalten, um die Höhe der quasi zinslosen Darlehen im Blick zu behalten.“

Corona-Soforthilfe

„Die Corona-Soforthilfe sollte von den Zahnlaboren – wenn nicht längst geschehen – beantragt werden, da Umsatzeinbrüche weiterhin zu befürchten sind. Wie die Zuschüsse geprüft werden oder im Nachhinein zurückgezahlt werden müssen, ist noch unklar. Wenn ein Labor die Kriterien im Mai nicht erfüllt, kann im Juni der Einbruch kommen. Deswegen empfehle ich, auf jeden Fall mögliche Zuschüsse zu beantragen. Das Geld ist die Notreserve. Wenn Sie nicht so tief in die Krise rutschen und das Geld zurückgezahlt werden muss: Seien Sie froh.“

Zuschuss für betriebswirtschaftliche Beratung

„Dieser Zuschuss ist bisher noch nicht in die breite Öffentlichkeit gelangt, aber sehr interessant. Betriebswirtschaftliche Beratungen werden von 100 Prozent bis zu 4000 Euro gefördert. In der Branche sind einige sehr gute und spezialisierte Unternehmensberater unterwegs, die Ihnen auch bei der Beantragung helfen. Also eine gute Maßnahme, um sich in der Krise mit Hilfe von außen für den Neustart aufzustellen.“

Sonderzahlungen an Mitarbeiter

„Meiner Meinung nach ist in der Dentalbranche eine „Arbeitsexplosion“ nach der Krise zu erwarten, denn viele Zahnbehandlungen sind ja weiter nötig und nur aufgeschoben. Sollte das so sein und ziehen Ihre Mitarbeiter gut mit, ist die mögliche Corona-Sonderzahlung für Mitarbeiter eine interessante Option:
Bis zum 31. Dezember 2020 können Sie pro Mitarbeiter steuer- und sozialversicherungsfrei 1500 Euro zahlen. Wichtig ist, dass die Zahlung nicht Arbeitslohn ersetzt, sondern zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gezahlt wird.“

KfW-Darlehen

„KfW-Darlehen werden für von Corona betroffene Unternehmen angeboten. Sollte ein solches Darlehen benötigt werden, kann man es über die Hausbank beantragen.
Doch ganz so einfach, wie es oft dargestellt wird, ist die Beantragung nicht. Die Banken prüfen sehr genau, ob eine Kreditwürdigkeit vorliegt, der Darlehenszweck gegeben ist und ob der Betrieb nicht bereits vor der Coronakrise in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckte. Mit den Darlehen sollen nur laufende Kosten aufgefangen werden, die aufgrund der Umsatzeinbußen nicht mehr bezahlt werden können.“

Eine komplette Übersicht über die einzelnen Maßnahmen, und wie diese beantragt werden, finden Sie beim Steuerberaterverband.