Sintern ist nicht gleich Sintern

Über was haben wir nicht alles berichtet, wenn es sich um dentales CAD/CAM dreht? Über Systeme, Komponenten, Fertigungslösungen, Software-Module, Materialien und vieles mehr. Aber haben wir schon mal über Sinteröfen für Weißlings-Zirkonoxid gesprochen? Nein!? Nicht sexy genug!? Oh doch, das Thema ist sexy, und durchaus einer näheren ­Betrachtung wert. Wir sprachen daher mit dem Diplom-Zahntechniker Olaf van Iperen, der seit Neuestem Öfen des israelischen Herstellers Shenpaz auf Herz und Nieren prüft. Ein guter Zeitpunkt also, um zu beleuchten, worauf es bei Sinteröfen ankommt.

Lieber Herr van Iperen, Sie betreiben nicht nur ein Labor in Wachtberg-­Villip, Sie sind auch Dozent für digitale Zahntechnik an der Fachhochschule Köln. Wie passt hier ein Sinterofen für Zirkonoxide rein?

Olaf van Iperen: Ja, es ist richtig, ich bin Dozent an der Fachhochschule Köln. Das Thema Sinteröfen passt insofern in den Lehrplan einer Fachhochschule, als es die Materialkunde maßgeblich beeinflusst. Und die Materialkunde ist wiederum ein sehr wichtiges Thema in Bezug auf die Digitalisierung unserer Tätigkeitsfelder. Mit Materialkunde sollte man sich heutzutage sehr gut auskennen, da man ansonsten sehr große Probleme bekommt, wenn man einen Fuß in die digitale Welt setzen möchte.

Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht der Sinter­ofen in einer digitalen Prozesskette, die in zirkonoxidbasierten Zahnersatz gipfelt?

van Iperen: Jedes Material hat seine spezifischen Eigenschaften, die man kennen sollte. Es bringt uns nichts, dass eine Krone sehr gut designt und gefräst wird, wenn letztendlich das Sinterergebnis schlecht ist. Etwa weil wir den Sinterprozess nicht im Griff hatten. Der Sinterofen ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil der CAD/CAM-Technologien. Man könnte die Prozesse dokumentieren und exakt ausarbeiten, um die Präzision weiter zu steigern. Die entscheidenden Fragen beim Sinterprozess sind: Wie genau und wie gut sind Sinteröfen und welche Materialien können damit verarbeitet werden? Es ist durchaus relevant, ob ein Ofen nur Zirkonoxid oder auch noch andere Sintermaterialien verarbeiten kann.

Sollten sich Zahntechniker also mehr Gedanken über den richtigen Ofen ­machen?

van Iperen: Natürlich ist es wichtig, sich darüber zu informieren, was einen guten Ofen auszeichnet. Und da es heute eine Vielzahl an Öfen am Markt gibt, ist es umso bedeutender, dass man sich damit auseinandersetzt, welcher Ofen gut ist und zu den individuellen Anforderungen passt.

Der Zirkonoxid-Sinterofen Sintra Plus des israelischen Ofenspezialisten Shenpaz wurde bei der Van Iperen Zahntechnik ...

... auf Herz und Nieren getestet. Hierzu wurden zahlreiche Sinterversuche durchgeführt. Die Ergebnisse sind bemerkenswert gut.

Sollten sich Zahntechniker also mehr Gedanken über den richtigen Ofen ­machen?

van Iperen: Natürlich ist es wichtig, sich darüber zu informieren, was einen guten Ofen auszeichnet. Und da es heute eine Vielzahl an Öfen am Markt gibt, ist es umso bedeutender, dass man sich damit auseinandersetzt, welcher Ofen gut ist und zu den individuellen Anforderungen passt.

Was zeichnet Ihrer Meinung nach einen guten Zirkonoxid-Sinterofen aus?

van Iperen: Ein guter Sinterofen zeichnet sich durch seine Heizstäbe aus. Zudem ist die Genauigkeit der Temperatursteuerung ein wichtiges Kriterium. Denn wenn am Ofen als Endtemperatur 1400 °C eingegeben wird, dann muss die Technologie in dem Ofen dafür sorgen, dass der Ofen auch exakt 1400 °C erreicht.

Sie arbeiten in Ihrem Labor gerade intensiv mit einem Ofen von Shenpaz. Wodurch zeichnet sich dieser Ihrer Erfahrung nach aus?

van Iperen: Wir haben uns gerade eingehend mit dem Zirkonoxid-Sinterofen Sintra Plus von Shenpaz beschäftigt. Dieser Ofen bringt mit 60 kg ein ganz ordentliches Gewicht auf die Waage. Es können 50 Schnell- und 200 normale Sinterprogramme belegt werden. Damit lässt sich eigentlich jedes Zirkonoxid abdecken. Die maximale Sintertemperatur beträgt 1650 °C. Wir konnten feststellen, dass dieser Ofen einer der wenigen Öfen auf dem Markt ist, der die eingestellte Temperatur exakt hält.

Die Öfen stammen aus Israel. Wie sind hier der Service und Support geregelt?

van Iperen: Da unsere Zusammenarbeit noch nicht lange andauert, kann ich mich auf diese Frage erst in ein paar Jahren beziehen. Bis jetzt kann ich allerdings sagen, dass ich mit dem Support und dem Service sehr zufrieden bin.

Lieber Herr van Iperen, vielen Dank für Ihre aufschlussreichen Antworten und das freundliche Gespräch.

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