„Liebe Azubis in der Zahntechnik, Ihr erlernt einen großartigen Beruf! Handwerk, CAD/CAM, Kunstfertigkeit, Kreativität, Werkstoffkunde et cetera – dies alles vereint Eure Arbeit im Dentallabor. Wir wissen, die Ausbildung zum Zahntechniker ist nicht immer einfach. Es sind viele Herausforderungen, denen Ihr Euch tagtäglich stellt und viele Aufgaben, die Ihr bewältigt. Das Schöne an der Zahntechnik ist: Sie vereint! Für viele von Euch, Euren Kollegen und Euren Arbeitgebern ist Zahntechnik ein Traumberuf – eine interessante Mischung aus vielen Bereichen.“ Mit dieser emotionalen Botschaft trat Kuraray ­Noritake an die Zahntechnik-Azubis heran und traf einen Nerv der Zeit. Trotz der nicht einfachen Rahmenbedingungen in einem herausfordernden Jahr nahmen viele angehende Zahntechniker am vierten Azubi-Award (Abb. 1) teil.
Der diesjährige Azubi-Award verlief etwas anders als gewohnt, denn der Wettbewerb wurde auf den digitalen Workflow umgestellt. Gleichwohl wurden handwerkliche Fertigkeiten abverlangt. Die Teilnehmer konstruierten in ihrem Ausbildungslabor monolithische Kronen für einen Prämolaren und einen Molaren. Die Datensätze wurden in einem Partner-Fräszentrum aus hochtransluzentem Zirkonoxid (­Katana ­Zirconia STML, Kuraray Noritake) gefräst. Und nun zählten handwerkliches Können, Wahrnehmung und der zahntechnische Blick fürs Detail. Die Azubis widmeten sich der Charakterisierung der Kronen mit Malfarben und Glasurmasse. Eine Fotodokumentation der Arbeit wurde bei der Fachjury eingereicht und bewertet (Abb. 2 bis 5). Ztm. Björn Roland ist bekennender Fan des Wettbewerbs. Zusammen mit Ztm. Jochen Peters und Ztm. Philipp von der Osten gehört er zur Fachjury. Gemeinsam bewerteten die drei Zahntechniker alle eingereichten Wettbewerbsarbeiten.

Abbildung 01 bis 05

Sommerkurs mit Jochen Peters

Die zehn Bestplatzierten wurden von ­Kuraray Noritake zu einem Sommerkurs mit Ztm. Jochen Peters eingeladen (Abb. 6 bis 9). In Klein-Winterheim trafen sich die Azubis und tauchten gemeinsam mit dem Referenten in die keramische Schichttechnik und die Gestaltung funktioneller Kriterien ein – Grundlagen, die trotz digitaler Werkzeuge unverzichtbar sind. Sie erfuhren mehr über die Arbeit nach dem modifizierten „okklusalen Kompass“.

Und auch wenn alle Teilnehmer dieses Sommerkurses zu den Gewinnern gehören, wurden letztlich die drei Bestplatzierten des Azubi-Awards 2021 gekürt. Gewonnen haben:

  • Platz 1: Abd Alazez Alajaj (­Andreas Piorreck Zahntechnik, Leipzig)
  • Platz 2: Phyllis Mudersbach (­Dentallabor Köhler, Amöneburg/Roßdorf)
  • Platz 3: Johanna Grau (Dentallabor Köhler, Amöneburg/Roßdorf)

Abbildung 06 bis 09

Der Erstplatzierte

Der angehende Zahntechniker Abd Alazez Alajaj (Abb. 10) absolviert seine Ausbildung in Leipzig (Andreas Piorreck Zahntechnik). Abd Alazez Alajaj verließ vor einigen Jahren Syrien und kam nach Deutschland. Auf die Frage, weshalb er sich für die Zahntechnik entschieden habe, antwortete er: „Seit ungefähr sechs Jahren lebe ich in Deutschland. Nach meiner Schulausbildung wollte ich beruflich etwas anfangen, was mir Freude macht. Ich habe zunächst verschiedene Dinge ausprobiert und auch ein Praktikum bei Andreas Piorreck Zahntechnik begonnen. Während des Praktikums bekam ich einen guten Überblick über die Tätigkeit eines Zahntechnikers und stellte fest, dass der Beruf gut zu mir passt. Die Kombination aus Handwerk, Digitalisierung und ­Kreativität macht mir viel Spaß.“ Über die Teilnahme am Azubi-Award sagt er: „Im Azubi-Award sah ich die Chance für mich, mein bisheriges zahntechnisches Können außerhalb meines Ausbildungsbetriebes bewerten zu lassen. Daher habe ich mich für die Teilnahme entschieden. Da ich noch nicht so viel Erfahrung mit Keramik habe, war der Wettbewerb für mich etwas Besonderes. Und so habe ich mein Bestes gegeben. Dass ich nun tatsächlich gewonnen habe, motiviert mich sehr.“ Sein Ausbilder und Arbeitgeber Ztm. Andreas ­Piorreck ist stolz auf den Erfolg von Abd Alazez Alajaj. „Meine Aufgabe ist es nicht nur, Wissen zu vermitteln, sondern die jungen Auszubildenden auch zu motivieren und in ihnen die Liebe zu diesem tollen Beruf zu wecken. Im Rahmen eines solchen Wettbewerbes und mit so tollen Ergebnissen finden sie Bestätigung und Freude sowie Motivation, sich weiter in ihrer Ausbildung und im Berufsleben zu engagieren“, sagt der Leipziger Zahntechnikermeister.

Nachwuchsförderung in der Zahntechnik

„Die Förderung junger Fachkräfte ist die Basis für eine zukunftsfeste Zahntechnik. Mit der Digitalisierung verändert sich zwar das Berufsbild, doch digitale Technologien ersetzen nicht individuelle Fertigkeiten; sie erweitern allenfalls die Möglichkeiten. Letztlich sind Daten und Algorithmen nur ein kleiner Teil dessen, was Zahntechnik ausmacht. Wir erachten Nachwuchsförderung als unverzichtbar für die Branche. Laborinhaber, Zahntechnikermeister oder -geselle stellen sich im Laboralltag dieser Herausforderung. Sie bilden junge Menschen aus und schaffen Perspektiven. Wir möchten dabei unterstützen! Daher rufen wir seit 2017 alljährlich zur Teilnahme am Azubi-Award auf und freuen uns über die großartige Resonanz“, sagt Dr. Carsten Barnowski, ­Kuraray Noritake. Und so wird es auch im kommenden Jahr wieder heißen: „Wir suchen die Besten unter Euch!“

Abbildung 10 und 11