CAD/CAM

Der Zahntechniker-Kongress: „Customized – Digital und Handwerk“

So funktioniert’s

Ein Beitrag von Ztm. Hans Jürgen Joit und Dr. Alexa von Gienanth

Themen:  CAD/CAM, Diverses

Der Zahntechniker-Kongress von Dentsply Sirona wird am 20. und 21. April 2018 in Frankfurt am Main stattfinden. Der Veranstalter, Dentsply Sirona, wird im Verlauf des Kongresses die Zukunft der Zahnheilkunde ein gutes Stück fassbarer machen. Dabei steht der zweite Tag ganz im Zeichen des zahnärztlich-zahntechnischen Zusammenspiels. In unserem Interview skizziert das Düsseldorfer Referenten-Team aus Ztm. Hans-Jürgen Joit und Dr. Alexa von Gienanth wichtige Trends, die sich aktuell bereits abzeichnen. Mehr ist dann auf dem Kongress selbst zu erfahren.

Herr Joit, der Titel des Zahntechniker-Kongresses von Dentsply ­Sirona lautet „Customized – Digital und Handwerk“. Sie selbst liefern zusammen mit Frau Dr. Alexa von Gienanth einen Vortrag, in dem Sie das zahnärztlich-zahntechnische Team in den Mittelpunkt rücken. Inwiefern sieht die Zusammenarbeit in Zeiten der Digitalisierung heute anders aus als früher?

Ztm. Hans-Jürgen Joit: Mit Dr. Alexa von Gienanth arbeite ich seit zwanzig Jahren im zahnärztlich-zahntechnischen Team zusammen und das Jahr um Jahr mit Freude und Erfolg. Insofern hat sich seit dem Siegeszug von CAD/CAM nach meinem Gefühl gar nicht so viel geändert. Natürlich integrieren wir fortlaufend sinnvolle Innovationen in unsere tägliche Arbeit. Das betrifft neue Werkstoffe ebenso wie digitale Technologien. Hier ist es meine Aufgabe als Laborinhaber, der Zahnarztpraxis Angebote zu unterbreiten und gleichzeitig Veränderungen im digitalen Praxis-Equipment zu berücksichtigen.

 

Frau Dr. von Gienanth, bei Ihnen in der Praxis beginnt der digitale Workflow. Wie genau?

Von Gienanth: Wir arbeiten in unserem großen Dental Centrum Düsseldorf auf 500 Quadratmetern mit modernster Technik. Dazu zählen Intraoralscanner ebenso wie digitale Volumentomografen und Planungs- und Analysesoftware für die Implantologie.

 

Wie beziehen Sie das Labor im konkreten Patientenfall ein?

Von Gienanth: Bereits im Planungsstadium erfolgt eine enge Abstimmung sowohl der zahnärztlichen als auch der zahntechnischen Details im Team – und das in jedem Einzelfall. Zum Beispiel halten wir dazu Telefonkonferenzen ab, wobei wir als Basis natürlich auch digitale Bildinformationen nutzen. Wesentliche Einzelheiten sind beispielsweise in einartikulierten Planungsmodellen und intraoralen fotografischen Dokumentationen des Patienten enthalten. Gegebenenfalls arbeiten wir in einem späteren Stadium mit laborgefertigten Wax-ups und Mock-ups, und anschließend verwende ich gern einen laborgefertigten Silikonschlüssel aus hellblau-opakem Material als Präparationsunterstützung. Neben einer – heute meist digitalen – Abformung schicke ich Herrn Joit danach wiederum intraorale Fotos von den präparierten Pfeilern.

 

Herr Joit, was ist Ihnen bei der Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Zahntechniker besonders wichtig?

Joit: Eine deutliche Tendenz unserer Zeit lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Der Zahntechniker benötigt immer detailliertere Informationen. Frau Dr. von Gienanth hat die wichtigsten Kommunikationsmittel für zahnärztlich-zahntechnische Zusammenarbeit schon genannt. Um mir ein umfassendes Bild zu machen, fotografiere ich zusätzlich praktisch jeden Patienten selbst.

Ztm. Hans-Jürgen Joit, Linie Düsseldorf Dental, stellt mit Frau Dr. von Gienath vor, wie ein modernes Teamwork von Labor und Praxis heute aussehen kann

Dr. Alexa von Gienanth vom Dental Centrum Düsseldorf (DCD) wird beim Zahntechniker-Kongress zusammen mit Ztm. Hans-Jürgen Joit in einem Teamvortrag referieren

Arbeiten Sie hauptsächlich im digitalen Workflow?

Joit: Ob digital oder analog – das ist gar nicht so sehr die Frage. Wir nutzen einfach die Unterstützung der modernen Technologien, wo sie sinnvoll erscheint. Technisch gesehen ist es immer auch eine Frage der Zahnform. Manche Situationen sind manuell im Artikulator besser zu beherrschen, da lasse ich mein Labor-Team in Wachs modellieren oder in Wachs fräsen und manuell in Wachs korrigieren.

Für die Übertragung einer vor der Präparation in Wachs erarbeiteten Ausgangssituation in die definitive Restauration ist heute das Matching am Rechner der leichteste, präziseste Weg zu planbaren Ergebnissen. Aber natürlich muss ich nicht zwingend über ein CAD/CAM-System verfügen, um zum Beispiel mit einem innovativen Werkstoff, wie etwa mit dem zirkonoxidverstärkten Lithium-­Silikat Celtra, zu arbeiten. Wir können hier auch auf das traditionelle Pressverfahren zurückgreifen.

 

Wie sehen Sie das, Frau Dr. von Gienanth: digital oder analog?

Von Gienanth: Ich stimme in jedem Punkt zu. Digitale Technologien sorgen teilweise dafür, dass unser Workflow schneller und sicherer ist. Dabei kommt es immer auch auf den Werkstoff an. Bei den erwähnten, von Herrn Joit gefertigten Restaurationen aus dem pressfähigen zirkonoxidverstärkten Lithium-Silikat schätze ich insbesondere die feine Partikelstruktur und die dadurch bedingte, sehr gute Polierbarkeit. Aus ästhetischer Sicht strahlen die Restaurationen aus diesem Material eine große Wärme und Natürlichkeit aus.

Top-Referententeams wie das von Ztm. Hans-Jürgen Joit und Dr. Alexa von Gienanth sind Grund genug, sich jetzt für den Zahntechniker-Kongress von Dentsply Sirona anzumelden. Thema: „Customized – Digital und Handwerk“

Mit welchen anderen Werkstoffen arbeiten Sie und wie stimmen Sie sich mit dem Labor darüber ab?

Von Gienanth: Seit zirka 2005 greife ich für festsitzende Restaurationen bei etwa 98 Prozent aller Arbeiten auf Vollkeramik zurück – schwerpunktmäßig Zirkonoxid. Seit Oktober 2016 gehen wir folgendermaßen vor: Statt, wie bis dahin üblich, Lithium-Disilikat wählen wir bei nicht verfärbten Pfeilern jetzt für Inlays, Onlays und Einzelkronen in der Regel pressfähiges zirkonoxidverstärktes Lithium-Silikat. Für Brücken sowie für Einzelkronen auf stark verfärbten oder ­endodontisch behandelten Zähnen mit Wurzelstift kommt Zirkonoxid zum Zuge. Ich verwende diesen Werkstoff jeweils in Form der am weitesten entwickelten Varianten.

Je nach Situation wird die Keramikmasse mit den geeigneten Farben, Opazitäten und Transparenzen gewählt. Eine ästhetische Feinanpassung erfolgt in einer separaten Laboranprobe-Sitzung.

Wax-up, Mock-up, Wax-CAD (in Wachs fräsen und manuell in Wachs korrigieren) – wer digitale Technologien und klassisch-handwerkliche Verfahren zusammendenkt, steht als zahnärztlich-zahntechnisches Team an der Spitze

Herr Joit, inwiefern gilt dieser Ansatz von Frau Dr. von Gienanth über die spezielle Zusammenarbeit mit ihr hinaus für Ihr Labor?

Joit: Dieses Werkstoffkonzept stellt auch die generelle Maßgabe für mein Labor dar, denn für verfärbte Zähne oder Brücken kommt Zirkonoxid zum Einsatz, und für jeden Fall, den ich nicht mit dieser Keramik lösen muss, pressfähiges zirkonoxidverstärktes Lithium-Silikat. Dabei kommen gleichermaßen digitale und handwerkliche Verfahren zur Anwendung. Die Herangehensweise ist immer individuell auf den Patienten zugeschnitten, ganz im Sinne des Mottos ­„Customized – Digital und Handwerk“. Ich freue mich, zusammen mit Frau Dr. von Gienanth auf dem Zahntechniker-Kongress von Dentsply Sirona darstellen zu können, wie ein modernes Teamwork von Labor und Praxis heute und in diesem Sinne aussehen kann.

 

Frau Dr. von Gienanth, Herr Joit, vielen Dank für das Gespräch!

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