Prothetik

Drs. Richard Kleinsman und Anja Krüßmann im Team-Gespräch über Teamwork

„Ohne den Zahntechniker kann ich gar nichts!“

Ein Beitrag von Marion Güntzel

Themen:  Prothetik, Veneers, Ästhetik, Inlays/Onlays, Keramik, Verblendung, Diverses

Betritt der Patient das Kleinsman/Varzideh Dental-Center in Bocholt, fühlt er sich sofort gut aufgehoben und persönlich verstanden. Denn die große Zahnarztpraxis, die seit 25 Jahren besteht, ist mit ihren mehr als 70 Mitarbeitern keine klassische Alltagspraxis. Hier arbeiten Zahnärzte, Zahntechniker und Patienten buchstäblich Hand in Hand und Auge in Auge. Im Gespräch erklären der Geschäftsführer Drs. Richard Kleinsman und die Zahntechnikerin Anja Krüßmann, wie wichtig das gegenseitige Vertrauen und ein interdisziplinäres Versorgungskonzept für alle Beteiligten sind.

Drs. Kleinsman, was macht für Sie einen guten Zahntechniker aus?
Richard Kleinsman:
Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich als Zahnarzt ohne den Zahntechniker gar nichts kann. Er ist für die Farbe, Form und Passgenauigkeit der kompletten prothetischen Versorgung verantwortlich, und ich bin nur für den zahnmedizinischen Teil zuständig. Das heißt, dass wir im Sinne des Patienten sehr eng zusammenarbeiten und uns gegenseitig vertrauen müssen. Jeder respektiert bei uns die spezifischen Fähigkeiten des anderen. Wir haben alle das gleiche Ziel, und das lautet, den Patienten bestmöglich zu versorgen.

Da die Zahntechnik für unsere Praxis auch einen Visitenkarten-Charakter hat, sollte der Techniker vor allem ein gutes Farb- und Formgefühl haben und natürlich sein Handwerk in allen Facetten beherrschen. Wenn das Wax-up beziehungsweise Mock-up den Patienten überzeugt, ist es einfacher, ihn für eine individuelle Lösung zu gewinnen. Gerade unsicheren Patienten wird die Entscheidungsfindung mit solch einer Arbeit erleichtert. Da der Zahntechniker in unserer Praxis auch das Intake, also das Erstgespräch mit dem Patienten, übernimmt, sollte er zudem auch kommunikativ sein und mit Menschen umgehen können.

Warum wird das Intake bei Ihnen vom Zahntechniker vorgenommen?
Kleinsman: Die Patienten fühlen sich gegenüber einem Zahntechniker meist wohler und reden offener über ihre Vorstellungen und Wünsche. Wenn der Patient sieht, welche Arbeit und welches Geschick hinter seiner Versorgung stehen, ist er viel eher bereit, dafür Geld auszugeben. Das Verkaufsgespräch läuft viel besser über den Handwerker als über den Mann im weißen Kittel. Und wer fertigt die Arbeit letztlich an und ist für sie verantwortlich? Der Zahntechniker. Ohne Patientenkontakt kann er seine Arbeit nicht zufriedenstellend leisten.

Und welche Voraussetzungen muss ein Zahnarzt erfüllen, um ein adäquater Partner für Sie zu sein, Frau Krüßmann?
Anja Krüßmann: Ich muss vor allem ernst genommen werden. Um bestmögliche Arbeit abliefern zu können, muss ich mit dem Zahnarzt auf demselben Level stehen und auf gleicher Augenhöhe mit ihm kommunizieren und arbeiten. Ohne eine partnerschaftliche Kommunikation zwischen Zahnarzt und Zahntechniker sowie ein gegenseitiges Verständnis und Vertrauen sind keine qualitativ hochwertige Arbeit und keine individuelle Ästhetik möglich.
Und der Zahnarzt sollte nicht nur meine Vorschläge und Ideen ernst nehmen, sondern auch auf die Wünsche des Patienten eingehen, denn dieser steht letztlich für uns im Vordergrund. Ein Hang zu Perfektion und Präzision kann auch nicht schaden... (lacht).

Lieber Herr Drs. Kleinsman, liebe Frau Krüßmann, herzlichen Dank für das aufschlussreiche Gespräch.

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